René Lauk

Schlagzeug & Cajon

Hall of Fame

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Hall of Fame
Impressum
Richard Pistol Allen
Geboren: 13.Aug.1932 in Memphins, Tennessee
Gestorben: 30.Jun.2002, Royal Oak, Michigan

Seit 1962 gehörte er zu dem festen Stamm der Musiker von Barry Gordy's Motown Plattenlables. Davor spielte er im Trio von dem Pianisten Evans Bradshaw. Der Schlagzeuger Benny Benjamin entdeckte Allen und machte ihn mit dem Motown-Chef Gordy bekannt. Eine Eigenart von Allen war die Zusammenstellung seines Drumsets. Dieses bestand aus Trommeln von Ludwig, Gretsch und Slingerland. Richard Allen führte mit dem Shuffle einen neuen Schlagstil ein, welcher sehr gerne von den Musikprodozenten Holland-Dozier-Holland eingesetzt wurde.
Credits:  Martha & the Vandellas, The Temptations, Surpremes, For Tops und Marvin Gaye.

Paul Barbarin
Geboren: 05.Mai.1899 in New Orleans
Gestorben: 10.Feb.1969 in New Orleans
Paul Barbarin gilt neben Baby Dodds als einer der wichtigsten Schlagzeuger des frühen New Orleans Jazz. Er kam aus einer musikalischen Familie. Sein Vater und seine Brüder musizierten ebenfalls. Zu anfangs spielte er Klarinette, bis er das Geld für Trommeln beisammen hatte. Rasch entwickelte er eine Art eigenen Stil. Ab 1917 lebte er in Chicago, wo er tagsüber in einer Fabrik arbeitete und abends mit lokalen Bands spielte, bevor er eigene Gruppen gründete. Nach Aufenthalten in New York, und Chicago zog es Barbarin immer wieder zurück nach New Orleans. Er starb an der Spitze der Onward Brass Band während einer Parade im Mardi Gras.
Credits:  Sidney Bechet, Freddie Keppard, King Oliver und Louis Armstrong

Peter Behrens
Geboren: 4. Sep. 1947 in Sanderbusch
Gestorben: 11. Mai 2016 in Wilhelmshaven
Bekannt wurde Behrens als Teil der "Neuen Deutsche Welle" Gruppe TRIO, an der Seite von Stephan Remmler und Kralle Krawinkel. Peter Behrens war ein nichtehelicher Sohn eines US-amerikanischen GIs und wurde von seiner leiblichen Mutter zur Adoption freigegeben. Nach dem Volksschulabschluss absolvierte er in Oldenburg eine Ausbildung zum Fotografen. Nach dem anschließenden Wehrdienst, den er mit Klaus Meine (Scorpions) ableistete, erwarb er von 1965 bis 1968 einen höheren Bildungsabschluss und begann ein Studium, um Grundschullehrer zu werden. Neben Musik belegte er dabei Sozialwissenschaften und Germanistik. Das dem Studium folgende Referendariat an der Grundschule in Wilhelmshaven-Heppens brach er jedoch ab. Nach der TRIO-Zeit konnte er an keinen großen Erfolg mehr anknüpfen. Peter Behrens verstarb an multiplem Organversagen.
Credits:  Trio

Denzel Best
Denzil DaCosta Best
Geboren: 17.Apr.1917 in New York City
Gestorben: 24.Mai.1917 in New York City

Best war ein Multitalent, welches an dem Piano, der Trompete und dem Bass ausgebildet war. Wegen eines Lungenschadens konzentrierte er sich ab 1943 schließlich auf das Schlagzeugspiel. Best war nicht nur im klassischen Jazz zu hause, sondern spielte auch mit Musiker des Modern Jazz. Anders als die meisten Schlagzeuger des Bebop, die das musikalische Geschehen mit Akzenten gegen das Grundmetrum aufluden und so zusätzliche rhythmische Intensität schufen, führte Best die bereits von „Papa“ Jo Jones angebahnte legato-Entwicklung konsequent weiter. Er spielte mit dem Metrum, verwendete fast nur Jazzbesen und setzte selten laute Akzente. Mit dieser Spielweise war er nicht nur Vorbild für die Drummer des Cool Jazz; sie wurde um 1950 auch in unzähligen Barmusik-Combos kopiert. Best komponierte einige relevante Stücke des Bebop, die teilweise aber auch im frühen Cool Jazz gespielt wurden, etwa „Move“, „Wee“ oder „Dee Dee’s Dance“ sowie vermutlich – gemeinsam mit seinem Freund Thelonious Monk – „Bemsha Swing“. Seine Komposition „45 Degree Angel“ wurde auch von Mary Lou Williams und von Herbie Nichols („Love, Gloom, Cash, Love“, 1957) aufgenommen. 1962 war er noch an der ersten Platte von Sheila Jordan beteiligt. Aufgrund von Lähmungen (vermutlich durch Ablagerungen in den Gelenken) war er dann nicht mehr arbeitsfähig. Er starb infolge eines Treppensturzes in einer U-Bahn-Station.
Credits:  Ben Webster, Coleman Hawkins, Chubby Jackson, George Shearing, Lee Konitz, Artie Shaw, Erroll Garner, Nina Simone, Billie Holiday und Tyree Glenn.

Louie Bellson
Luigi Paulino Alfredo Francesco Antonio Balassoni
Geboren: 6.Jul.1924 in Rock Falls, Illinois
Gestorben: 14.Feb.2009 in Los Angeles, Kalifornien.
Als Sohn eines Musikgeschäftinhabers lernte er bereits früh verschiedene Instrumente. Schlagzeugunterreicht erhielt er von Roy Knapp, der auch Lehrer von Gene Krupa war. Er freundete sich mit Krupa, Dave Tough und Buddy Rich an Er wirkte auch als Studiomusiker an zahlreichen Schallplatten mit. In seiner fast 60 Jahre andauernden Karriere spielte Bellson mehr als 200 Alben ein und schrieb rund tausend Kompositionen und Arrangements. Als Big-Band-Schlagzeuger war er bei den großenn Band-Leadern wie Tommy Dorsey, Count Basie, Benny Goodman, Duke Ellington und Harry James. Weiterhin trat er mit Woody Herman, Dizzy Gillespie, Louis Armstrong, Art Tatum, Oscar Peterson und James Brown auf. Als Studiomusiker war Bellson ebenso aktiv. Mitte der 40iger Jahre baute er eine zweite Bassdrum in sein Set ein und kann somit als Erfinder dieses Setaufbaus bezeichnet werden. Louie Bellson litt in den letzten jahren seines Lebens an Alzheimer und starb an den Folgen eines Hüftleidens.

William „Benny“ Benjamin
Geboren: 25.Jul.1925 Detroit
Gestorben: 20.Apr.1969 Detroit
War ein US-amerikanischer Session-Schlagzeuger, der mit seiner Arbeit für Motown in den 1960er Jahren Berühmtheit erlangte. Benjamin hatte in den vierziger und fünfziger Jahren bereits bei einigen Big Bands gespielt, bevor er Motowns erster Session-Drummer wurde. Zusammen mit James Jamerson bildete er den Kern der Funk Brothers, Motowns legendärer Studio-Band. Einige Produzenten des Detroiter R&B-Labels, darunter auch Berry Gordy selbst, weigerten sich sogar eine Aufnahme zu machen, solange nicht Jamerson und Benjamin die Rhythmus-Sektion bildeten. Zu den Hits, die Benjamin begleitete, gehören unter anderem "Dancing in the Streets", "Do You Love Me", "Baby Love", "Get Ready", "Going to a Go-Go" und "I Heard It Through the Grapevine". Benjamin war berühmt dafür, zu spät zu Sessions zu erscheinen und sich originelle Ausreden einfallen zu lassen. Als er einmal von einem Motown-Produzenten schlafend an seinem Schlagzeug aufgefunden wurde, wachte er auf und begann auf dem Instrument zu spielen, während er „Papa-Zita, Papa-Zita, Papa-Zita“ rief. Das brachte ihm dann den Spitznamen „Papa Zita“ ein. Ende der 1960er Jahre wurde Benjamin dann heroin- und alkoholsüchtig und starb letztlich an einem Schlaganfall. 2003 wurde er in der Kategorie „Sidemen“ postum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Credits:  Martha & the Vandellas, Supremes, Temptations, Miracles, Gladys Knight & the Pips, Marvin Gaye, Stevie Wonder, Four Tops

Jimmy Bertrand
Geboren: 24.Feb.1900 in Biloxi, Mississippi
Gestorben: wahrscheinlich Aug. 1960
Bertrand wuchs in einem musikalischen Umfeld in Mississippi auf; ein Cousin ist der Schlagzeuger Andrew Hilaire. 1913 zog er nach Chicago, wo er ab 1918 in der Band von Erskine Tate spielte, die im Vendome Theatre auftrat. Während der 1920er Jahre hatte Bertrand seine eigene Band, Jimmy Bertrand's Washboard Wizzards. Obwohl er noch bis 1945 mit eigenen Formationen arbeitete, war er meist als Musikpädagoge tätig; zu seinen Schülern gehörten u.a. Wallace Bishop, Lionel Hampton und Sid Catlett. Bei vielen Aufnahmen verwendete er ein Waschbrett; außerdem spielte er Xylophon. In den 1940er Jahren verließ Bertrand die Musikszene und arbeitete in Fleischfabriken. Er starb vermutlich im August 1960. Credits:  Tiny Parham, Louis Armstrong, Jimmy Blythe, Jhnny Dodds, Tampa Red, Ma Rainey, Freddie Keppard, Erskine Tate, Big Bill Broonzy und Blind Blake.

Art Blakey
Arthur William Blakey (Abdullah Ibn Buhaina)
Geboren: 11.Okt.1919 in Pittsburgh, Pennsylvania
Gestorben: 16.Okt.1990 in New York
Art Blakey war Bergbauarbeiter. Die ersten musikalischen Schritte machte er als autodidaktischer Pianist, bis er in seiner eigenen Band von Erroll Garner abgesetzt wurde. Daraufhin begann er mit dem Schlagzeug. In den 1940er Jahren war Blakey Schlagzeuger in den Bands von Mary Lou Williams, Fletcher Henderson und Billy Eckstine. Während einer längeren Afrika-Reise in den späten 1940er Jahren konvertierte er zum Islam. 1955 gründete Blakey zusammen mit dem Pianisten Horace Silver die Hard-Bop-Band The Jazz Messengers. 1956 schied Silver aus und überließ Blakey das Recht an den Bandnamen. Daraus wurde dann „Art Blakey & The Jazz Messengers“.
Blakeys Stil wurde geprägt durch Kenny Clarke, der in der Bebop-Ära den Grundrhythmus von der Basstrommel auf die Becken verlegte und die tiefe Trommel für Akzente benutzte. Ihm wurde von Max Roach eine Unabhängigkeit aller vier Gliedmaßen bestätigt, welche seinen Klang immer erkennbar machte. Blakey strahlte immer eine Erregung aus, die er aber zu Gunsten des gesamten Ensembles im Sinne der Swing-Ära kanalisierte. Art Blakey verstarb an Lungenkrebs.

John Bonham
John Henry "Bonzo" Bonham
Geboren: 31.Mai 1948 in Redditch, Worcestershire.
Gestorben: 25.Sep.1980 in Windsor, Berkshire.

Bonham war Drummer der legendären britischen Rockband Led Zeppelin. Bis heute gilt er als einer der einflussreichsten Rockschlagzeuger. In einer Umfrage des Rolling Stone wurde Bonham 2011 von den Lesern zum "Besten Drummer aller Zeiten" gewählt. Als Einflüsse nannte Bonham in frühen Interviews Ginger Baker und Gene Krupa. Bonham gilt als einer der einflussreichsten Rockschlagzeuger. Bereits zu Lebzeiten hatte er einen großen Einfluss auf die nachfolgende Generation von Schlagzeugern. Collins, Nicko McBrain, Cozy Powell, Jeff Porcaro, Eric Singer, Tommy Aldridge und Mike Portnoy wurden von seinem Spiel beeinflusst, teiweise wurde er sogar zu ihrem Vorbild. John Bonham starb stark alkoholisiert, durch Ersticken am eigenen Erbrochenen im Haus von Jimmy Page, wo die Proben für die nächste Led-Zeppelin-Tour stattfinden sollten. Er wurde 32 Jahre alt.

"Big" Sid Catlett
Sidney Catlett
Geboren: 17.Jan.1910 Evansville, Indiana
Gestorben: 25.Mär.1951 in Chicago
Big Sid war zu seiner Zeit ein Superstar in der frühen Jazz-Szene. Das zeigt auch die Tatsache, dass selbst große Drummer wie Gene Krupa Buddy Rich, Max Roach und Art Blakey, nach eigenen Angaben, von seinem Spiel beeinflusst wurden. Das Beinamen "Big" verdanke er seiner imposanten Körpergröße. Catlett hatte eine hervorragende Spieltechnik. Sein Spiel hatte eine ganz klare Form und Struktur. Diese Eigenschaften und seine sehr große musikalität erlaubten es ihm sein Spiel Bands und den verlangten Gegebenheiten optimal anzupassen. Entweder glänzte er mit seinem zurückhaltendem Spiel oder präsentierte antreibende Beats, die den Solisten anspornten das Optimale aus sich herauszuholen. Aber immer mit dem gedanken das Ganze banddienlich zu spielen. Nicht er und das Schlagzeug sollten im Mittelpunkt stehen, sonder die Combo oder die Band, in der er tätig war. Legendär war seine chamäleonartige Anpassung an das musikalische geschehen. Er war einer der wirklich ganz wenigen Drummer ihrer Zeit, die aus dem Jazz in den Bebop wechselten. Alleine diese Tatsache machte ihn so wuderbar. S.C. war ein Arbeitstier. Es spielte keine Rolle mit wem oder wo er spielte. Er gab immer alles. Nicht nur durch seine Größe war S.C. immer präsent auf den Bühnen. Er war ein geborener Entertainer. Gegen Ende seiner Karriere vielen ihm seine Auftritte immer schwerer. Seine Gesundheit war stark angeschlagen wegen einer Lungenkrankheit (Staublunge). Während dem Besuch eines Benefiz-Konzertes erlitt er einen Herzinfakt.
Credits:  Chocolate Dandies, Esquire All Stars, Edmond Hall, John Hardee, Dizzy Gillespie, Lester Young, Coleman Hawkins, Billie Holiday, Duke Ellington und Sidney Bechet, Darnell Howard, Sammy Stewarts Orchester, Elmer Snowden, Benny Carter, Fletcher Henderson, Don Redman, Louis Armstrong, Benny Goodman, Duke Ellington und Teddy Wilsons.

Ndugu Chancler
Leon "Ndugu" Chancler
Geboren: 01.Jul. 1952 in
Gestorben: 03.Feb. 2018 in
Ab dem zwölften Lebensjahr lernte er das Schlagzeugspiel. Bereits als Schüler spielte er in Bands und begann ein Studium am „Californian State College“. Immer wieder gab er sein Wissen in Clinics an Interessierte weiter. Obwohl Chancler mit zahlreichen Größen des Businiss zusammenarbeitete, kannten ihn die meisten nur als den Drummer von Michael Jackson's "Billie Jean".
Credits:  Eric Clapton, The Temptations, Tina Turner, The Crusaders, Kenny Rogers, Michael Jackson, Carlos Santana, George Benson, Herbie Hancock, Miles Davis, George Duke, Ernie Watts, John Lee Hooker, Donna Summer, Frank Sinatra, Lionel Richie

Jim Chapin
James Forbes „Jim“ Chapin
Geboren: 23.Jul.1919 in New York City
Gestorben: 04.Jul.2009 in Fort Myers, Florida
Als Jazz-Schlagzeuger spielte er in Bands von Red Norvo, Tony Pastor, Tommy Dorsey, Woody Herman und Marshall Grant. Einen größeren Bekanntheitsgrad erreichte Chapin durch seine Tätigkeit als Autor und Musikpädagoge. 1948 veröffentlichte er ein erstes Lehrbuch, in dem er die Technik der „koordinierten Unabhängigkeit” vorstellte; "Advanced Techniques for the Modern Drummer" wurde weltweit zu einem der erfolgreichsten Büchern über Schlagzeugspiel. 1971 erschien der zweite Band Advanced Techniques for the Modern Drummer, Volume II, Independence — the Open End.

Kenny Clarke
Kenneth Clarke Spearman
Geboren: 09.Jan.1914 in Pittsburgh, Pennsylvania
Gestorben: 26.Jan.1985 in Paris, Frankreich
Clarke gilt als Erneuerer des Bebop-Schlagzeugstils. Anfang der 1940er Jahre hatte er wesentlichen Anteil an der Entstehung des Modern Jazz. Auf ihn geht die Entwicklung des Ridebeckens als primärer Taktgeber zurück. Zuvor nutzten die Schlagzeuger dafür die Snaredrum mit kräftiger Unterstützung der Bassdrum. Kenny Clarke legte den Rhythmus auf das RideBecken und BassDrum und Snare wurden mehr für die Akzentuierungen verwendet. Während seines Aufenthalt in Frankreich arbeitete er an Filmmusiken. Darunter war auch der Streifen "Fahrstuhl zum Schafott" Kenny Clarke verstarb an einem tödlichen Herzinfarkt.
Credits:  Thelonious Monk, Nick Fenton, Charlie Christian, Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Benny Carter, Henry Red Allen, Miles Davis, Coleman Hawkins und Sonny Rollins. Auch im Studio spielte er mit der ersten Riege der Jazzszene wie, Sidney Bechet, Stephane Grappelli, Lucky Thompson, Milt Jackson, Stan Getz, Chet Baker und Lester Young.

Cozy Cole
William Randolph Cole
Geboren: 17.Okt.1906 in East Orange, New Jersey
Gestorben: 29.Jan.1981 in Columbus, Ohio
Neben Gene Krupa gilt Cole als führender Swing-Drummer, war aber sehr vielseitig und nach Joachim Ernst Berendt ein Meister des „unbeirrbaren Beats“. Daneben studierte er an der Julliard School in New York City Piano, Klarinette, Vibraphon und Paukenspiel (bei Saul Goodman von den New Yorker Philharmonikern). 1954 gründete er mit Gene Krupa eine Schlagzeug-Schule in New York City. Neben seiner Lehrertätigkeit trat er aber in den 1950er Jahren auch im „Metropole Cafe“ auf. In den 1960er Jahren tourte er mit einer eigenen Combo, in den 1970er Jahren mit Cab Calloway und Benny Carter. 1981 starb er an Krebs.
Credits:  Wilbur Sweatman, Jelly Roll Mortons, Blanche Calloway, Benny Carter, Willie Bryant, Stuff Smith, Cab Calloway, Benny Goodman, Louis Armstrong, Jack Teagarden, Earl Hines

Warren „Baby“ Dodds
Geboren: 24.Dez.1898 in New Orleans
Gestorben: 14.Feb.1959 Chicago
Ohne Übertreibung war Warren Dodds in den Anfängen Jazz der erste bedeutende Jazz-Schlagzeuger. Außerdem war er der jüngere Bruder des Klarinettisten Johnny Dodds. Als Kind lernte er schon Trommeln, mit 16 bekam er sein erstes Schlagzeug. Aus einer der ersten Bands musste er wegen seines mangelhaften Könnens wieder verlassen. Diese Tatsache spornte ihn zu verstärktem Üben an. 1918 war er bei Fate Marable's Band, die auf Mississippi-Dampfern spielte, u.a. mit Louis Armstrong. Mit King Olivers Creole Jazz Band (ab 1921) ging er dann nach San Francisco und Chicago. Dort blieb er auch nach Auflösung von Olivers Band bis zu seinem Tod. Häufiger spielte er zusammen mit seinem Bruder in dessen Band. Nebenbei war er an einem Taxi-Unternehmen beteiligt. In Chicago nahm er an Aufnahmen von Jelly Roll Mortons Red Hot Peppers, Sidney Bechet und vor allem Louis Armstrongs berühmten Hot Seven (Hot Fives & Sevens) teil. Neben George Wettling war Dodds der angesehenste Schlagzeuger. Sein Begleitspiel erinnerte eher an ein Solospiel. 1949 erlitt er mehrere Schlaganfälle, die ihn teilweise lähmten, er trat aber noch hin und wieder auf.
Credits:  Sidney Bechet, Louis Armstrong, Jelly Roll Mortons, King Olivers

Manfred Durban
Geboren: 28.Sep.1942
Gestorben: 21.Okt.2016
Manfred Durban war eines der Gründungsmitglieder, der bekannten, deutschen Musikgruppe, die Flippers. 40ig Jahre lang prägten Sie den deutschen Schlager mit ihren zahlreichen Hits. Für ihren Erfolg wurde die Band mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Credits:  Flippers

Panama Francis
Geboren: 21.Dez.1918 Miami
Gestorben: 13.Nov.2001 in Orlando
Francis spielte schon mit 13 Jahren in Nightclubs in Miami (wo ihn seine Mutter danach abholte) und spielte u.a. in der Band des Saxophonisten George Kelly. Mit 19 Jahren ging er nach der Trennung der Eltern mit seinem aus Haiti stammenden Vater nach New York, wo er mit Tab Smith, Billy Hicks „Sizzling Six“ und dem Orchester von spielte, der ihn wegen seines Hutes den Spitznamen „Panama“ gab. 1940 bis 1947 war er in der Band von Lucky Millinder und danach bis 1952 bei Cab Calloway. Danach war er kurz bei Slim Gaillard, spielte kurz mit und leitete 1953 eine eigene Band in Montevideo, arbeitete dann aber hauptsächlich als viel gefragter Studiomusiker. Francic spielte zahlreiche Lieder ein, die auch in Deutschland bekannt sind, wie zum Beispiel „Peggy Sue“ „What a Difference a Day Makes“ „Only You“, „The Great Pretender“, „Smoke Gets in Your Eyes“, „Splish Splash“. 1999 erschien seine Autobiographie „Davis Gets his Drum“. Er war auch in mehreren Filmen mit Cab Calloway 1950 zu sehen, aber auch z.B. in „Angel Heart“ mit Mickey Rourke und „Lady sings the blues“ mit Diana Ross sowie in dem Madonna-Video „Secrets“.Francis war verheiratet und hatte zwei Söhne und vier Töchter. Er wurde in die Rock´n Roll Hall of Fame aufgenommen (wo seine Schlagzeugstöcke ausgestellt sind), 1993 von der Rhythm and Blues Foundation geehrt und .vom Smithsonian National Museum of American History. Francis trat bis zu einem Nierenversagen wegen Diabetes 1996 auf und starb 2001 an einem Schlaganfall.
Credits:  Duke Ellington, Tommy Dorsey, Buddy Holly, Dinah Washington, The Platters, Teddy Wilson, Roy Eldridge, Ray Charles, Ella Fitzgerald, Mahalia Jackson

Sonny Greer
Geboren: 13.Dez.1895 Long Branch, New Jersey
Gestorben: 23.Mär.1982
Greer spielte mit Elmer Snowden und in der Band des Howard Theatre in Washington, bevor er 1919 in Washington zu Duke Ellington stieß. Sehr lange war er der erste Schlagzeuger Ellingtons. Diese Zusammenarbeit, mit Unterbrechungen, dauerte zunächst bis 1951. Nebenbei designte er auch noch Schlagzeuge für eine Firma in Indiana. Leider war Sonny Greer aber auch ein starker Trinker und passionierter Pool-Spieler. Dieser Umstand bringt Greer immer wieder dazu, Teile seines umfangreichen Drum Sets beim Pfandleiher zu parken. Als Ellington deshalb auf der Skandinavientour der Band 1950 einen zweiten Schlagzeuger engagierte, kam es zum Bruch. Zusammen mit Johnny Hodges, der damals auch Ellington verließ, arbeitete Greer in dessen Band. Ellington hielt den Kontakt weiterhin aufrecht. In den 1970er Jahren fand sich S.G. noch auf der Gehaltsliste von Ellington. Er spielte zu dieser Zeit z.B. im Duo mit dem Pianisten Brooks Kerr (wobei sie Ellington Kompositionen spielten) und 1974 spielte er noch einmal auf den Tributes-Konzerten für Ellington. Greer zählte zwar nicht zu den bedeutenden Rhythmusmusikern seiner Zeit (in der Ellington Band war Duke Ellington selber das beste Mitglied der Rhythm-Group); sein langes Engagement beim Duke gründet sich aber, neben der Treue, die Ellington seinen frühesten Bandmitgliedern erwies, in seinen ungewöhnlichen technischen Fähigkeiten und in den verschiedenen variablen Klangeffekten, die Greer für die unterschiedlichen Arrangements beherrschte, insbesondere für den Dschungel-Sound (für den er sich zusätzlich großer Gongs, Tympani und eines Vibraphons bediente).
Credits:  Duke Ellington

Freddie Gruber
Geboren: 27.Mai.1927, Bronx, New York City
Gestorben: 11.Okt.2011, Los Angeles
Nach seinen Studienjahren u.a. bei Henry Adler (1941/42) arbeitete er mit Morey Feld, Mickey Scrima und Cozy Cole. Ab 1943 war er als professioneller Musiker tätig. In einem Metronome-Artikel (The Shape of Jazz to Come) lobte Barry Ulanov sein polyrhythmisches Konzept. Sein Leben lang war er mit Buddy Rich befreundet, mit dem er zeitweise sogar zusammen wohnte. 1955 zog er nach Kalifornien, arbeitete kurz in Las Vegas und wirkte in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre in Los Angeles an Sessions mit und Dave Pike mit; Ab Mitte der 1960er Jahre begann er vermehrt zu unterrichten. Zu seinen Schülern gehörten u. a. John Guerin und Don Ellis, später Neil Peart, Vinnie Colaiuta, Steve Smith, Dave Weckl, Peter Erskine, Adam Nussbaum, Anton Fig, Jim Keltner oder Mitch Mitchell; außerdem hielt er regelmäßig Workshops und Kurse in Europa.
Credits:  Benny Ventura, Ram Ramirez, Tony Scott, Jackie Paris, Rudy Vallee, Scott LaFaro, Gary Peacock, Charlie Haden, Hampton Hawes, Dexter Gordon, Bobby Hutcherson, Walter Norris.

Lionel Hampton
Geboren: 20.Apr.1908, Louisvill, Kentucky
Gestorben: 31.Aug.2002, New York
L.H. war eine der schillerndsten Persönlichkeiten und ein sehr außergewöhnlicher Musiker. Er war ein begnadeter Schlagzeuger, hervoragender Vibraphonist, ein großer und einfallsreicher Improvisator, Komponist und Arrangeur. Er erkannte und förderte Talente, er war ein angesehener Bandleader und Entertainer. Doch noch wichtiger war die Tatsache, dass er ein absolut warmherziger Mensch war. In den 70ig Jahren seiner Karriere erlang er absoluten Weltruhm. Kein angesagter Jazz-Musiker seiner Zeit spielte nicht mit L.H. zusammen. Auf der Bühne war er ein Energiebündel. Er begeisterte sein Publikum. Dazu gehören auch die Kunststücke mit den Drumsticks. Er engagierte sich im sozialen Bereich mit seiner gegründeten Lionel & Gladys Hampton Foundation. Sehr schnell etablierte sich das Lionel Hampton Orchestra in der Welt von Rhythem&Blues und Bebop. Es war so bekannt, dass Präsident Eisenhower das Orchester im Auftrag der USA als friedvolle Botschafter durch die ganze Welt schickte. Songs wie "Sunny side of the street", "Flying home" und "Hamp's Boogie-Woogie" wurden Welthits und machten seinen Komponist Lionel Hampton und die Musiker seines Orchesters zu Weltstars. Er hielt sein Leben lang an seinem Erfolgsrezept bezüglich seiner Musik fest. In den 1960gern ließ sein Erfolg nach. Er wollte sich einfach nicht den Änderungen der Zeit anpassen. Dennoch blieb L.H. immer aktiv. 1991 erlitt er während eines Konzerts in Paris einen Schlaganfall. Ab da musste er kürzer treten. In den letzten zehn Jahren seines Lebens wurde Hampton mit Preisen überschüttet. Der Höhepunt, die größte Auszeichnung und Ehrung für Künstler, den die USA vergeben kann. National Medal of Arts. Mit erfüllten 94 Jahren verstarb Linol Hampton an einem Herzstillstand.
Credits:  Louis Armstrong, Benny Goodman, Dexter Gordon, Johnny Griffin, Charles Mingus, Wes Montgomery, Clifford Brown, Art Farmer, Quincy Jones, Dinah Washington, Aretha Franklin, Oscar Peterson, Art Tatum, Buddy Rich und Buddy DeFranco.

Billy Higgins
Geboren: 11.Okt.1936,
Gestorben: 04.Mai.2001,
Higgins begann als Rhythm and Blues-Musiker seine Schlagzeugerlaufbahn. Mit dem Beitritt zu den "Jazz Messiahs". Ein paar Jahre später lernte er den noch unbekannten Ornette Coleman kennen. Später war er überwiegend als Studiomusiker aktiv und wirkte als Sideman bei John Coltrane, Sonny Rollins, Art Pepper, Thelonious Monk, Charlie Haden, Dexter Gordon, Art Pepper, Pat Metheny, und Herbie Hancock mit. 1987 gründete er mit dem Dichter Kamau Daaood das World Stage, ein Kulturzentrum, in dem er, unterstützt von Musikern wie Ron Carter, Kenny Barron, Barry Harris und Geri Allen, Konzerte und Workshops für junge Jazzmusiker veranstaltete. Daneben unterrichtete Higgins auch Jazz an der University of California.

Elvin Jones
Elvin Ray Jones
Geboren: 09.Sep.1927, Pontiac USA
Gestorben: 18.Mai.2004, Englewood USA
Der Afroamerikaner Jones wurde als das jüngste von zehn Kindern einer Musikerfamilie geboren. Zugang zur Jazz-Musik bekam er durch seine Brüder Thad Jones, einen bereits 1986 verstorbenen Komponisten, und den renommierten Pianisten Hank Jones. Seine Karriere begann Jones im Jahre 1955 in Detroit. Nach einer Absage auf eine Bewerbung beim Benny-Goodman-Orchester in New York blieb er der Stadt treu und spielte unter anderem mit Jazz-Größen wie Bud Powell, Miles Davis, Sonny Rollins, Larry Young, Donald Byrd, Charles Mingus und Charlie Parker. 1960 wurde Jones schließlich von Coltrane für sein „klassisches“ John Coltrane Quartet engagiert, dem er bis 1965 angehörte. Während dieser Zeit war er maßgeblich an der Entstehung einiger der wohl berühmtesten Jazz-Alben beteiligt, allen voran John Coltranes A Love Supreme. Nach seinem Abschied aus Coltranes Quartett spielte Jones für kurze Zeit in Duke Ellingtons Orchester und leitete dann seine eigene Band, die Anfang der 1990er unter dem Namen Elvin Jones Jazz Machine bekannt wurde (u.a. mit Stefano Di Battista, Willie Pickens und Ravi Coltrane). 1990 wirkte er mit McCoy Tyner an David Murrays Album Special Quartet mit. 2003 erhielt er das Jazz Masters Fellowship der staatlichen NEA-Stiftung. Elvin Jones, der für sein enorm wildes und körperbetontes, dabei aber rhythmisch sehr differenziertes Spiel, das sich vor allem durch wohlgesetzte Irregularität auszeichnete bekannt war, starb 76-jährig nach langer schwerer Krankheit an einem Herzinfarkt. der als Schlagzeuger des John-Coltrane-Quartetts bekannt wurde.

Jo Jones
Jonathan David Samuel Jones
Geboren: 07.Okt.1911, Chicago
Gestorben: 03.Sep.1985, New York
Der Stil von Jones beeinflusste so Drummer wie Buddy Rich, Louis Bellson, Max Roach oder Kenny Clark. Unbestritten hat er das Schlagzeugspiel revolutioniert. Er ist Mitbegründer des modernen Drummings. In seiner Jugend erlernte er Stepptanz, Saxephon, Trompete, Klavier und eben auch Schlagzeug. J.J war einer der Ersten, die dass starre Bassdrumspiel aufgaben und vermehr die HiHat als Timekeeper einsetzte. Diese Stilart von Jones beeinflusste die Neigung moderner Jazzschlagzeuger, den zeitangebenden Grundrhythmus auf einem freien ungedämpften hängenden Becken zu spielen, das seither als Ride Becken, sozusagen das "durchgehende Becken", bekannt ist, weil es durchgehend gespielt wird. Durch Jo Jones wurde das Schlagzeug als Instrument freier und erwachsener. Eine weitere Weiterentwicklung löste sein Besenspiel aus. Überhaupt, sein Spielwitz, seine Fingerfertigkeit und Innovation waren etwas besonderes unter den Schlagzeugern seiner Zeit. Er war kein Schlagzeuger, der lange und ausschweifende Soli präsentierte. Sie waren immer in einer sinnigen Form eingebettet, virtuos und mit gekonnten Cross-Sticking-Licks präsentiert. J.J. spielte immer mit Humor, einer optischen Lässigkeit, vergleichbar mit einem Stepptänzer. Diese Lässigkeit legte und legt bis heute kein zweiter Schlagzeuger an den Tag. Abgerundet wurde diese positive Erscheinung durch sein unermüdliches Lächeln. Ein Gentleman und Entertainer wie aus dem Bilderbuch.
Credits:  Count Basie, Lester Young, Joe Bushkin, Oscar Peterson, Ella Fitzgerald, Benny Goodman, Billie Holiday, Duke Ellington, Teddy Wilson, Lester Young, Johnny Hodges und Art Tatum

Rufus Jones
Geboren: 27.Mai.1936, Charleston South Carolina
Gestorben: 25.Apr.1990, Las Vegas
R.J. startete mit der Trompete, um mit 13 Jahren zum Schlagzeug zu wechseln. Ich denke, er kann als Vorbild für Schlagzeuger wie Thomas Lang und John Blackwell bezeichnet werden. Er war der Erste, der Solis in Hochgeschwindigkeit spielte. Mit dem Unterschied, dass er diese Solos in einen Song einbaute und nicht als eigenständige Show-Einlage zelebrierte. Und noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass er diese Geschwindigkeit auf einem Jazz-Set umsetzt und nicht hinter einer Trommel- und Beckenburg.

Credits:  Count Basie, Duke Ellington, Lionel Hampton, James Brown, Maynard Ferguson

Uriel Jones
Geboren: 13.Jun.1934
Gestorben: 24.Mär.2009 Dearborn, Michigan
Jones gehörte In den 1960er und 1970er zum Stammpersonal der Studiomusiker von dem Plattenlable Motown, gegründet von Berry Gordy. Wie die anderen Musiker von Motown fristete er sein musikalisches Darsein im Aufnahmestudio von Motown. Während die Sänger meist Erfolgreich wurden und waren, blieben die Musiker immer im Hintergrund und unbekannt. Uriel Jones war der Nachfolger des legendären Benny Benjamin und teilte sich den Job zusammen mit Richard Allen. Jones Schlagzeugspiel war durch seinen Sound geprägt, der vor allem in Liedern wie Ain't No Mountain High Enough oder I Heard It Through the Grapevine rüberkam. Für Motown benutzte Jones Equipment von Firmen wie Ludwig, Slingerland und Gretsch. Einer größeren Personenanzahl wurde Jones durch den Dokumentarfilm Standing in the Shadows of Motown bekannt. Jones starb infolge eines Herzinfarkts.
Credits:  Name, Name

Gene Krupa
Eugene Krupa
Geboren: 15.Jan.1909, Chicago
Gestorben: 16.Okt.1973, Yonkers, New York
Krupa begann mit elf Jahren Schlagzeug zu spielen. Bereits 1921 spielte er aushilfsweise in einer Band, die während der Sommermonate in Wisconsin auftrat. 1924/25 besuchte er das St. Joseph’s Priesterseminar in Reusselaer, Indiana, kehrte aber vorzeitig nach Wisconsin zurück. Bei Roy Knapp, Al Silverman und Ed Straight nahm er ab 1925 Schlagzeugunterricht. Er leitete sein Orchester bis 1943, als er wegen eines Vergehens gegen das Drogengesetz für drei Monate ins Gefängnis gehen musste. Seiner immensen Popularität in den Vereinigten Staaten tat dies keinen Abbruch; er wurde 1944 wieder zum besten Schlagzeuger des Landes gewählt. Er nahm Duett-Platten mit Buddy Rich auf, der Krupa später als sein erstes Idol und seine größte Inspirationsquelle bezeichnete. In dieser Zeit wirkte er an einigen Jazzfilmen wie The Benny Goodman Story und der Glenn Miller Story mit. Zur The Gene Krupa Story (1959) lieferte er nicht nur den Soundtrack, sondern trat darin auch selbst auf. Krupa, der im Herzen dem Dixieland verhaftet war, aber seit den späten 1940er Jahren auch die Errungenschaften des Bebop in den Swing einbrachte, „wurde mit seinem harten Beat und einer stetig verbesserten Technik zu einer Schlüsselfigur des Swing, woran seine Show-Begabung nicht ganz unbeteiligt war“.[1] Krupas frühe Experimente mit afrikanischer Perkussion beeinflussten Schlagzeuger des Modern Jazz wie Max Roach Anfang der 1960er Jahre war Krupa in zahlreichen Fernsehshows zu Gast und hatte 1963 für einen Auftritt im Disneyland sogar kurz wieder eine eigene Bigband. In den späten 1960er Jahren beendete er aber seine regelmäßigen öffentlichen Auftritte. Er unterrichtete in dieser Zeit, bildete sich aber auch im Pauken- und ethnischen Trommelspiel fort. Gene Krupa verstarb an Leukämie.
Credits:  Tommy Dorsey, Bud Freeman, Red Norvo, Miff Mole, Fats Waller, Adrian Rollini, Bix Beiderbecke, Benny Goodman.

Pete LaRoca
Geboren: 07.Apr.1938 New York City
Gestorben: 19.Nov.2012
Peter Sims, so sein richtiger Name, war nicht nur Jazzschlagzeuger sondern auch Anwalt. LaRoca stammt aus einer Musikerfamilie. Er studierte an der High School of Music and Art und an der Manhattan School of Music. Über eine Empfehlung von Max Roach kam er zu Sonny Rollins. Seinen Lebensunterhalt verdiente er in einem Rechtsanwaltsbüro und in New Yorks öffentlicher Bücherei. LaRoca spielte in den 1950er Jahren in verschiedenen Hard-Bop-Formationen. In den Jahren 1961/62 leitete LaRoca kurz eine eigene Formation und war Mitte der 1960er Jahre im Jazz Workshop in Boston, bei Art Farmer und Charles Lloyd zu hören. 1965 nahm er sein erstes Album als Leader Basra (Blue Note Records) auf. Ende der 1960 beendete LaRoca seine Jazzkarriere und arbeitete fortan als Anwalt. Dabei nahm er wieder den Namen Pete Sims an (LaRoca hatte er als Künstlernamen gewählt, als er in seiner Jugend in Latin-Bands spielte). 1997 nahm er nochmals ein Album als Leader auf (Swingtime, Blue Note Records). Anfang der 2000er Jahre erkrankte LaRoca an Lungenkrebs.
Credits:  Sonny Rollins, Art Farmer, Chick Corea, Freddie Hubbard, Ron Carter, McCoy Tyner

Ricky Lawson
Geboren: 1954 in Detroit, Michigan
Gestorben: 23.Dez.2013 in Long Beach, Kalifornien
Ricky Lawson gehörte zu den absoluten Stars in der Drummer-Szene. Kein Top-Künstler, der ihn nicht als Sideman in der Band hatte.Lawson begann spät, mit 16 Jahren, mit dem Schlagzeugspiel. Schon daran kann man erkennen, wie talentiert er an dem Instrument war. Zehn Tag vor seinem Tod brach Lawson während eines Auftritts zusammen. Es wurde ein Aneurysma im Gehirn diagnostiziert.Er verstarb im Alter von 59 Jahren.
Credits:  Gerald Albright, Phil Collins, George Duke, Sheila E., James Ingram, Boney James, Al Jarreau, Steely Dan, Whitney Houston, Lionel Richie, Stevie Wonder, Michael Jackson, Eric Clapton, Quincy Jones

Stan Levey
Geboren: 05.Apr.1926 Philadelphia, Pennsylvania
Gestorben: 19.Apr.2005 Van Nuys, Kalifornien
Levey nahm sich dem Bebop in seiner Entstehungszeit an und gilt als einer der wenigen, akzeptierten euroamerikanischen Musiker. Er zählt zu den einflussreichsten Drummer des Bebop, neben Kenny Clarke und Max Roach. In seiner Jugend boxte Levey dachte über eine entsprechende Laufbahn nach. Diese Episode ging von 1943 bis 1949. Er brachte es in dieser Zeit sogar zu einem Kampf im Madison Square Garden und war sogar auf einem Plakat mit Joe Louis. Zeitgleich brachte Levey sich das Schlagzeugspielen selbst bei und führte dabei seine eigene linkshändige Technik ein. Dizzy Gillespie spielte in einem Club und Levy besuchte den Auftritt. Er redete so lange auf Dizzy ein, bis er an das Schlagzeug durfte. Er machte einen so großen Eindruck auf den Trompeter, dass er sofort in der Band Vollzeit spielen durfte. Er folge Gillespie nach New York City und arbeitete dort außer mit Dizzy auch mit Charlie Parker und Oscar Pettiford. 1954 ging er an die Westküste, wo er auf Howard Rumsey and the Lighthouse All-Stars traf. Hier übte er dann einen starken Einfluss auf den West Coast Jazz aus, arbeitete aber auch in den Studios. In über 2.000 Aufnahmen spielte er mit den Größten Künstlern des Swing- und Jazz.Neben seinem Wirken in der "The Tonight Show Band" spielte er Schlagzeug in über 300 Filmproduktionen. Unter anderem schrieb er die Musik zu fünf Disney-Dokumentationen. Auch wirkte er in über 3.000 Fernsehproduktionen mit wie z. B.: Batman, Mission: Impossible, The Munsters, The Addams Family. Stan Levey veröffentlichte mit seinem eigenen Quintett einige Alben und spielte mit seinem Freund Max Roach das Album Drummin' the Blues ein. Im Jahr 1973 startete er eine zweite Karriere als Werbefotograf und zog sich aus dem Musikgeschäft zurück. Kein geringerer als Charlie Watts (Rolling Stones) bezeichnete diesen Rückzug als „a great loss to jazz“. Stan trat nie wieder öffentlich auf. Levey starb an einer Krebserkrankung.
Credits:  Dizzy Gillespie, Gerry Mulligan, Lee Konitz, Coleman Hawkins, Art Tatum, Ben Webster, Dexter Gordon, Erroll Garner, Miles Davis, George Shearing, Lester Young, Nancy Wilson, Nat King Cole, Sarah Vaughan, Billie Holiday, The Supremes, Charlie Parker, Coleman Hawkins, Frank Sinatra, Barbra Streisand, Benny Goodman, Woody Herman, Quincy Jones

Mel Lewis
Geboren: 10.Mai.1929 Buffalo, New York
Gestorben: 02.Feb.1990 New York
Lewis begann im Alter von fünfzehn Jahren professionell zu arbeiten und trat mit verschiedenen Bands auf. Im Jahr 1957 siedelte er nach Los Angeles über, wo er erste Studioaufnahmen einspielte und wieder in verschiedenen Bands spielte. Zusammen mit Bill Holman leitete er eine eigene Combo. Ab 1960 war er in New York aktiv. Ein Jahr später unternahm er mit Gillespie eine Europatournee. Ein weiteres Jahr später war er mit Benny Goodman in der Sowjetunion. Zusammen mit Thad Jones gründete Lewis 1965 das Thad Jones/Mel Lewis Orchestra, das er, nachdem Jones 1978 unerwartet nach Dänemark übersiedelte, bis zu seinem Tod leitete. Das Orchester war eine Institution in der US-amerikanischen Jazz-Szene.Anfang 1990 reiste er zu einer Versammlung der International Association for Jazz Education nach New Orleans und trat mit seiner Band auf. Es war sein letzter Auftritt, am 2. Februar erlag er einem Krebsleiden. Credits:  Gerry Mulligan, Dizzy Gillespie, Benny Goodman

Shelly Manne
Sheldon Manne
Geboren: 11.Jun.1920, New York City
Gestorben: 26.Sep.1984, Los Angeles
Das Schlagzeugspielen hatte in seiner Familie Tradition. Sowohl sein Vater, wie auch sein Onkel waren an dem Schlaginstrument aktiv. S.M. wurde dann als Mitglied der Bigbands von Woody Herman und Stan Kenton in den späten 1940ern und frühen 1950er Jahren bekannt, gewann Preise und war anschließend an der Entwicklung des West Coast Jazz beteiligt. S.M. arbeitete in BigBands, hatte seine eigene Gruppe und häufig als Schlagzeuger für die Studios. Er schrieb aber auch selbst Filmmusik, beispielsweise für die Fernsehserie Daktari.
Credits:   Coleman Hawkins, Duke Ellington Orchestra, Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Woody Herman, Flip Phillips, Benny Ventura, Ram Ramirez, Tony Scott, Jackie Paris, Rudy Vallee, Scott LaFaro, Gary Peacock, Charlie Haden, Hampton Hawes, Dexter Gordon, Bobby Hutcherson, Walter Norris

Ray McKinley
Geboren: 18.Jun.1910,
Gestorben: 07.Mai.1995,
McKinley spielte in lokalen Bands wie bei Savage Cummings und Larry Duncan im Bereich Fort Worth/Dallas, bevor er 1929 der Band von Smith Ballew beitrat, wo er dann Glen Miller traf. Nach seiner Entlassung aus der US-Army 1946 gründete er wieder eine eigene Formation, zunächst ein Quartett, mit dem er für Majestic den Hit „Hoodle-Addle“ (#15) hatte. Schließlich erweiterte er die Formation zu einer Bigband, die bis Anfang 1952 bestand. 1956 nahm er von Helen Miller das Angebot an, die Leitung der Glenn Miller Ghostband von Tex Beneke zu übernehmen, was er bis 1966 tat; sie wurde danach von Buddy DeFranco übernommen.
Credits:  
Glenn Miller, Jimmy Dorsey, Louis Armstrong, Ray McKinley Orchestra, Patti Labelle, Benny Goodman, Bing Crosby, Cole Porter.

Mich Mitchell
Geboren: 09.Jul.1947,
Gestorben: 12.Nov.2008,
Mitchell lernte sein Instrument bei Jim Marshall (dessen Verstärkersystem den Rock-Sound der 1960er Jahre entscheidend prägte), als er neben der Schauspielerei in dessen Musikinstrumentenladen mitarbeitete. Mitchells musikalisches Vorbild war der US-amerikanische Jazz-Drummer Elvin Jones. Wie dieser war Mitchell in hohem Maße ein Autodidakt. Ein zusätzlicher Hinweis auf seine rhythmische Begabung besteht darin, dass er vorzüglich stepptanzen konnte – eine Fähigkeit, die er auch mit anderen großen Schlagzeugern wie Buddy Rich und Steve Gadd teilte.
Vor seiner Zeit mit der Jimi Hendrix Experience spielte er unter anderem mit Georgie Fame bei Georgie Fame and the Blue Flames und auch nach der Auflösung dieser Gruppe in Fames Soloprojekt. Als Chas Chandler – ehemaliger Bassist der Rockband The Animals – im September 1966 Jimi Hendrix unter Vertrag nahm und in London Musiker für die geplante Jimi-Hendrix-Group suchte, wurde ein umfangreiches Drummer-Casting durchgeführt. Dabei hinterließ Mitchell im Vergleich zu allen anderen Mitbewerbern den besten Eindruck und setzte sich am Ende auch gegen den zur damaligen Zeit bereits renommierten Schlagzeuger Aynsley Dunbar durch. Mit der Absolvierung dieses Ausleseverfahrens war seine Aufnahme in die Jimi Hendrix Experience vollzogen. Auch nach Auflösung der Jimi Hendrix Experience spielte Mitchell weiterhin mit Jimi Hendrix, zum Beispiel beim Woodstock-Festival 1969. Von April bis September 1970 spielte er in einer Neuauflage der Jimi Hendrix Experience (Cry of Love-Band) mit Jimi Hendrix und Billy Cox am Bass auf deren letzter US- und Europatournee.
Als versierter Jazz-Schlagzeuger verfügte Mitchell über ein großes schlagtechnisches Repertoire sowie über ein ausgeprägtes musikalisches Einfühlungs- und rhythmisches Antizipationsvermögen. Auf Grund dieser exzeptionellen Fähigkeiten gelang es Mitchell problemlos, auf Hendrix - gerade live - stark improvisatorisch gehaltene Musik in kongenial-kreativer Weise einzugehen.
Credits:  
Jimi Hendrix, Jack Bruce, Larry Coryell.

Sanford Moeller
Sanford Augustus „Gus“ Moeller
Geboren: 1879 in Albany, New York
Gestorben: 1961
Moeller begann seine Ausbildung am Klavier, bevor er zum Schlagzeug wechselte, an dem ihn August Helmicke unterrichtete, einer der Trommler aus John Philip Sousas Orchester. Der Begriff "Moeller-Technik" ist fast schon zu einem geflügelten Wort geworden. Jetzt ist es jedoch nicht so, dass Herr Moeller diese Technik "erfunden" hätte. Vielmehr hat er durch beobachten und studieren anderer Schlagzeuger und deren Technicken Zusammengefasst und die gesamte Sammlung als "Moeller-Technik" bezeichnet. Auch eine Form von "copy/past" 1918 veröffentlichte er sein Schlagzeuger-Lehrbuch, das die Technik des Rudimentspiels hervorhob und die nach ihm benannte Technik vorstellte. Es enthält neben musikalischer Grundlagenforschung und (wenigen) Hinweisen auf die Techniken der alten Armeetrommler das vollständige Camp Duty of the US Army sowie eine Auswahl bekannter Rudiment-Stücke. Moeller legte sehr viel Wert auf die Erhaltung der Rudiments und ihrer Interpretation in der ursprünglichen Form.[2] Ende der 1920er Jahre ließ er sich als Musiklehrer nieder. Weniger bekannt ist, dass Moeller auch ein Experte in der Konstruktion von Schlagzeugen war. Als Lehrer hatte er einen starken Einfluss auf frühe Jazz-Schlagzeuger wie Gene Krupa oder Jim Chapin. Auch Schlagzeuger wie Jojo Mayer und Claus Heßler sind in ihrem Spiel durch die Moeller-Technik beeinflusst.

Keith Moon
Keith John Moon
Geboren: 23.Aug.1946 in London
Gestorben: 07.Sep.1978 in Mayfair, London
Keith Moon begann als Fünfzehnjähriger, Schlagzeug zu spielen, angeregt von Fernsehauftritten extrovertierter Big-Band-Drummer und vom Kinofilm Drum City mit dem Jazz-Drummer Gene Krupa. In Carlo Little fand er seinen einzigen Lehrer. Moon wirkte zunächst in einigen Schülergruppen mit, bevor er 1963 der semiprofessionellen Coverband „The Beachcombers“ beitrat. Zur Rockgruppe „The Who“ stieß Keith Moon im Frühjahr 1964. Zu Beginn der Karriere der „The Who“ entwickelte Keith Moon zusammen mit dem Gitarristen Pete Townshend wahre Zerstörungsorgien zum Abschluss ihrer Auftritte. Obwohl er weder als Komponist noch als Sänger bei „The Who“ nennenswert in Erscheinung trat, war Moon aufgrund seines exaltierten und showmäßigen Stils ein wichtiger Bestandteil der Gruppe. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Schlagzeugern der Beat-Ära bildete Moon nicht nur ein rhythmisches Fundament, sondern führte das Schlagzeug als Solo-Instrument in die Rockszene ein. Moon galt als Witzbold der Gruppe. Er fiel durch starken Drogen- und Alkoholkonsum auf und zerstörte nach fast jedem wichtigen Auftritt sein Schlagzeug sowie diverse Hotel- und Wohnungseinrichtungen – und zwar lange bevor dies zum Verhaltensstandard aufstrebender Rockstars wurde. So bekam er seinen Spitznamen Moon the Loon. Keith Moon kam in seinem Schlagzeugspiel fast völlig ohne die übliche Hi-Hat aus. Er benutzte fast ausschließlich Becken und Trommeln, wobei die energisch durchgeschlagene Doppel-Fußtrommel zu seinem Markenzeichen wurde. Erst ab Ende der Sechzigerjahre, als Studioproduktionen eine konventionellere Spielweise erforderten, setzte er auch die Hi-Hat verstärkt ein. Weiterhin war er bekannt für seine ausgefallenen und pompösen Doublebass-Drum-Sets. Moon starb an einer Überdosis des ihm verordneten Beruhigungsmittels Heminevrin, das er einnahm, um von seiner Alkoholsucht loszukommen.

Joe Morello
Joseph A. Morello
Geboren: 17.Jul.1928 in Springfield, Massachusetts
Gestorben: 12.Mär.2011 in New Jersey
Der von Geburt an sehbehinderte Morello lernte zunächst mit sechs Jahren Violine, mit der er es mit neun Jahren zu einem Solo Auftritt in Mendelssohns Violinkonzert mit dem Boston Symphony Orchestra brachte. Mit 15 Jahren wechselte er zum Schlagzeug. Sein Lehrer, George Lawrence Stone, war von den neuen Techniken seines Schülers so beeindruckt, dass er ihm das nächste Lehrbuch widmete. Morello arbeitete mit der Glen Gray Band, dem Gitarristen Johnny Smith,der Stan Kenton Band und dem Marian McPartland Trios zusammen. Von 1957 bis 1967 bildete er gemeinsam mit Dave Brubeck (Klavier), Paul Desmond (Altsaxophon) und Gene Wright (Bass) die wohl berühmteste Formation des Dave Brubeck Quartett. Brubeck ließ ihm Raum für ausgedehnte Soli. Gute Beispiele hierfür sind Castilian Drums, Take Five, Far More Drums, Watussi Drums und Unsquare Dance. Nach der Trennung von Brubeck veröffentlichte Morello, der als sehr präziser Schlagzeuger galt, auch Platten mit seinem Joe Morello Quartet, dem außer ihm Greg Kogan (Piano), Ralph LaLama (Saxophon und Flöte) und Gary Mazzaroppi (Bass) angehörten: Going Places (dmp records 1993) und Morello Standard Time (dmp records 1994). Morello interpretierte alte Jazzstandards (Sweet Georgia Brown, Take Five), griff aber auch neuere Filmmusik (Mission Impossible) auf. Neben seiner Tätigkeit als Musiker wirkte Morello auch als Schlagzeuglehrer.

Jeff Porcaro
Jeffrey Thomas Porcaro
Geboren: 01.Apr.1954 in Hartford, Connecticut
Gestorben: 05.Aug.1992 in Hollywood
Porcaro gehört zu den meist aufgenommensten Schlagzeuger seiner Zeit. Alsn Studiodrummer in Los Angeles war so begehrt, dass er mit knapp 20-Jahren mit Sonny & Cher auf Tournee ging. 1977 gründete er mit den ehemaligen High-School-Freunden Steve Lukather und David Hungate, seinem Bruder Steve Porcaro sowie dem befreundeten Studiomusiker David Paich die Band Toto. Durch deren Erfolg und seine anhaltende Session-Arbeit wurde Jeff Porcaro einem größeren Publikum bekannt. Seine Vorbilder Bernard Purdie und John Bonham hatten so großen Einfluss auf ihn, dass er ihre stilistischen Merkmale im Halftime-Shuffle-Groove Rosanna des IV-Albums von Toto verewigte – ein Groove, der zu den markantesten und diffizilsten des Rock-Drummings zählt. Nach Beendigung der Aufnahmen zum damals aktuellen Toto-Album Kingdom of Desire nahm Porcaro im Sommer 1992 kurz vor der bevorstehenden Welttournee der Band eine Auszeit. Er benutzte ein Insekten-Pestizid im Garten seines Hauses in Hidden Hills, auf das er anaphylaktisch reagierte und einen Kreislaufzusammenbruch bekam. Schließlich verstarb er an den Folgen des Herzstillstandes. Sein Herz war durch einen ihm selbst nicht bekannten angeborenen Herzfehler geschwächt, an dem bereits sein Großvater und sein Onkel in frühen Jahren gestorben waren. Hinzu kam Arterienverkalkung, die von seinem hohen Zigarettenkonsum herrührte. Gerüchte, nach denen er an Kokainmissbrauch gestorben sei, wurden durch die Autopsie widerlegt.
Credits:  Pink Floyd, Michael Jackson, Frank Sinatra, Paul McCartney, Madonna, Elton John, Steely Dan, David Gilmour, Roger Waters, Bruce Springsteen, Al Jarreau, Barbra Streisand, Richard Marx oder Tommy Denander.

Buddy Rich
Bernard Rich
Geboren: 30. Sep. 1917 in New York
Gestorben: 02. Apr. 1987
The Drummer's Drummer, der wohl bekannteste Schlagzeuger, den es je gab. Selbst Menschen, die nichts mit dem Schlagzeug am Hut haben kennen diesen Namen. Was machte diesen Mann so außergewöhnlich? Seine virtuose Technik, die unglaubliche Energie und einzigartige Gschwindigkeit, der Ideenreichtum, die Fingerfertigkeit und die Lockerheit. Er konnte gleichermaßen mit der rechten und der linken Hand spielen. Seine Koordination war sehr bemerkenswert. Und das alles ohne jemals Unterricht gehabt zu haben. Jedoch war Buddy Rich nicht so innovativ wie andere seiner Kollegen. Rich's Familie war eine Künstlerfamilie. Bereits als Vierjähriger gab er Konzerte unter dem Pseudonym Traps the drum wonder. Im Alter von 11 Jahren war er bereits ein hochbezahlter Kinderstar. Erste Erfahrungen im Bereich Jazz machte er 1937 bei Joe Marsala. Internationalen Ruhm erlangte er schließlich in den frühen 40ern bei Tommy Dorsey, übrigens zusammen mit noch junger Bandkollege Frank Sinatra. Rich gründete seine eigene Band in der er auch des öfteren sein beachtliches Talent als Sänger unter Beweis stellte. Neben seinen eigenen Big Band's war Buddy Rich in den 50er und 60er Jahren als Schlagzeuger u.a. mit bei . Weiterhin gab er auch zahllose Auftritte oder machte Aufnahmen mit anderen großen Jazzmusikern. Richs außergewöhliche Beherrschung des Schlagzeugs (sowie seine Starallüren) beeinflusste weltweit Generationen von Drummern aus allen Musiksparten. Legendär sind die spektakulären Schlagzeugduelle zwischen ihm und Gene Krupa oder Max Roach. Seinen Humor unterstrich er bei einer Drum-Duell mit dem "Tier" aus der Muppet Show im Jahre 1978. Buddy Rich war hochgeschätzt im Musikbusiness. Unter Kollegen wurde er jedoch auch kritisch betrachtet. Er galt als pedantischer Perfektionist, der sehr viel Wert auf die Bühnenpräsenz seiner Big Band legte. Er neigte zu cholerischen Ausbrüchen. Ebenso zeigte er Respekt und Achtung gegenüber seinen Kollegen und zeigte Herzenswärme und Loyalität. B.R. schätzte die Individualität eines Musikers, sodass er sich stets lobend über verschiedene Schlagzeuger wie Max Roach, Philly Joe Jones, Mel Lewis oder gar Steve Gadd äußerte. Schlagzeuger, die ihn versuchten zu kopieren oder die einfach nur ihren Job machten, konnte er nicht leiden und strafte sie mit Verachtung. Buddy Rich erkrankte 1987 an einem Hirntumor und erlag nach einer sofortigen Notoperation einem Herzinfarkt.
Credits:  Dorsey Brothers, Harry James, Woody Herman, Count Basie, Louis Armstrong, Lester Young, Nat King Cole, Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Miles Davis, Oscar Peterson, Lionel Hampton, Art Tatum, Artie Shaw und Mel Tormé

Max Roach
Maxwell Lemuel Roach
Geboren: 10.Jan.1924 im Newland Township, North Carolina
Gestorben: 16.Aug.2007 in New York City
Roach war der Pioneer in Sachen Bebop. Das was Kenny Clarke begann und ins Rollen brachte, perfektionierte und entwickelte M.R. weiter und wurde somit für viele Drummer ein Vorbild. Seine brillante Technik erlaubte es ihm, sehr schnell und dabei mit viel Power oder auch sehr gefühlvoll zu spielen. Ganz typisch für seine Art des Spielens war die Fähigkeit mehrere Rhythmen übereinanderzulegen (rhythmische Polyfonie). Sein Gespühr, seine Musikerkollegen mit seinem Spiel anzustreiben, ihnen Raum zu geben und auf ihr Spiel zu reagieren, ruf Bewunderung hervor. Für ihn war das Schlagzeug nicht einfach nur ein Begleitinstrument. Er sah sein Instrument gleichberechtigt neben Saxephon, Klavier, Trompete und sonstigen Instrumenten. Er hörte nicht nur den Rhythmus, sondern er hörte den gesamten Song und seine Form. Das war neu und bahnbrechent. Er machte das Schlagzeug zu einem melodischen Instrument. Besonders gut kann man das bei seinen Soli heraus hören. Sie sind aufgebaut wie ein Song, mit eigener Form und Thema. 1952 gründete Roach zusammen mit Charles Mingus das Label Debut Records, das vermutlich erste Independent Label in Musikerbesitz war. Ab 1972 war Max Roach Professor an der Musikfakultät der University of Massachusetts in Amherst, bis er sich 2002 wegen einer Alzheimer-Erkrankung zurückzog.
Credits:  Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Duke Ellington, Charles Mingus, Miles Davis und Sonny Rollins

Zutty Singleton
Geboren: 14.Mai.1898 Bunkie, Louisiana
Gestorben: 14.Jul.1975 New York City
Ohne Frage war Singleton einer der wichtigsten New Orleans Jazz Schlagzeuger. Im Ersten Weltkrieg war er in der US-Marine und wurde verwundet. Nach der Rückkehr nach New Orleans spielte er in zahlreichen Bands und Flussschiff-Bands. Auch er folgte dem allgemeinen Zug vieler Jazzmusiker nach Chicago. Er gastierte in verschiedenen Combos und in Theater-Bands, bevor er Mitglied der Band von Louis Armstrong wurde. Unter anderem war er 1928 an Aufnahmen der Hot Five beteiligt (Hot Fives & Sevens). Der Versuch, mit Armstrong und Earl Hines einen eigenen Club zu eröffnen, schlug fehl. Wieder als Musiker pendelte er zwischen New York und Chicago. 1941 zog er nach Los Angeles, wo er in den Musikfilmen „Stormy Weather“ (1943), „New Orleans“ (1947) und „Young Man with a Horn“ (1950) mitwirkte und als Studiomusiker sowie mit eigenen Bands spielte. Ein 1970 erlittener Schlaganfall beendete seine Karriere. Singleton setzte sich zur Ruhe und starb fünf Jahre später. Er war einer der einflussreichsten Drummer des frühen Jazz, wo er Soli und den Einsatz von Jazzbesen popularisierte.
Credits:  Louis Armstrong, Fats Waller, Jelly Roll Morton, Roy Eldridge, Sidney Bechet

Dave Tough
David Jarvis Tough
Geboren: 26.04.1907, Oak Park, Illinois
Gestorben: 09.12.1948, Newark, New Jersey
D.T. war ein Schlagzeuger des Hot Jazz und des Swing. „Ein mitreißender Beat und eine variable Schlagzeugtechnik“ machten ihn zu einem der bedeutendsten euroamerikanischen Schlagzeuger im Dixieland und Swing. Zu virtuosen Soli hatte er keine große Neigung; er war deshalb beim damaligen Publikum weniger bekannt als etwa Stars wie Gene Krupa. Er war eher eine Art Musicians’ Musician, der sich einfühlsam auf die Solisten in den Bigbands in seinem Begleitspiel einstellte.
Credits:  Benny Goodman, Tommy Dorsey, Jimmy Dorsey, Artie Shaw, Woody Herman

Chick Webb
William Henry Webb
Geboren: 10.01.1905 in Baltimore, Maryland
Gestorben: 16.06.1939 in Ebenda
Der nur 1,30m große Webb galt als Vorbild für alle großen Drummer, welche wenige Jahre nach ihm die Bühne betraten. Darunter sind Könner wie Gene Krupa, Jo Jones und Buddy Rich. Als Bigband-Leader war er der anerkannte „König des Savoy“, so Mary Lou Williams. Im berühmten Savoy Ballroom in Harlem bestritt er mit seinem Orchester immer wieder so genannte Band Battle. Regelmäßig blieben die anderen Orchester, wie z.B. Fletcher Henderson, Count Basie und Duke Ellington, auf der Strecke. Für die Begeisterung seiner Zuhörer sorgte er mit Spezialeinlagen und perfekt eingeübten neuen Arrangements. In den „Battles“ scheint sich die Band vor allem rhythmisch gegenüber den anderen Bands ausgezeichnet zu haben. Chick Webb war ständig auf der Suche nach neuen Talenten. Im Juni 1934 hatte Webb mit „I Can’t Dance (I Got Ants in My Pants)“ und „Stompin’ at the Savoy“ die beiden ersten von insgesamt 18 Hits in den Billboard-Charts. 1934 wurde Ella Fitzgerald bei ihm zum Star, in seiner Band hatte sie den Hit „A-Tisket, A-Tasket“. Webbs Ansagen hatten Entertainerqualität, sein Spiel bestach durch Drive, neuartigen Hi-Hat-Gebrauch und Präzision bei den Trommelwirbeln, seine Bigband verband die Qualitäten rhythmischer schwarzer und präziser weißer Bigbands. Chick Webbs kompensiert seine Krankheit und Missbildung durch seine anziehende fröhliche Persönlichkeit. Er konnte auf der Basstrommel Wirbel spielen und hatte eine wunderbare Konzeption in seinem Spiel, wie Cozy Cole ihm bescheinigt. Drive und Präzision, langsame und schnelle Wirbel. Er spielte keine Unsauberkeiten. Explosive Presswirbel, wovon man sich bei Art Blakey und Buddy Rich noch ein Bild machen kann, und Bassdrumattacka, wie Louie Bellson und Gene Krupa, waren weitere Bestandteile. Ellington bescheinigte ihm, er sei einer dieser Musiker, die auch Tänzer sind. Chick malte Tänze auf seine Trommeln.
Credits:  Louis Armstrong, Ella Fitzgerald

George Wettling
George Godfrey Wettling
Geboren: 28.11.1907 in Topeka, Kansas
Gestorben: 06.06.1968 in New York City
Wettling war ein wichtiger weißer Dixieland- und Swing-Schlagzeuger des Chicago-Stils, der sich auch als Maler einen Namen machte. Er kam zum Jazz nachdem er Anfang der 1920er Jahre in Chicago, wohin er 1921 mit seiner Familie zog, die King Oliver Band hörte, besonders beeindruckte ihn Baby Dodds am Schlagzeug, sein späteres Vorbild. Er wurde ein Teil der Chicagoer Szene. In den 1950er-Jahren war er vor allem als abstrakter (kubistischer) Maler bekannt und beliebt (seine Bilder hängen auch in Museen). Gelegentlich schrieb er auch Kritiken in Down Beat und Playboy.
Credits:   Jack Hylton, Bud Freeman, Benny Goodman, Sidney Bechet, Billie Holiday.

Tony Williams
Anthony Tillmon Williams
Geboren: 12.12.1945 in Chicago, Illinois
Gestorben: 23.02.1997 in Daly City, Kalifornien
Neben Billy Cobham entwickelte er die Verbindung von Jazz- und Rockrhythmen. Beeinflusst wurde er von Max Roach, Philly Joe Jones, Roy Haynes, Elvin Jones, aber auch vom Schlagzeuger Sunny Murray. Er entwickelte die schnelle Spielweise des Bop oder Bebops weiter. Während bis dahin Drummer triolisch oder ternär spielten, änderte er dies in eine binäre Spielweise. Williams steuerte das rhythmische Geschehen, indem er das Tempo beschleunigte, zurücknahm oder zuweilen ganz aussetzte und damit seine Mitspieler kreativ herausforderte. Er war ein Meister des Spiels auf dem Ride-Becken und verzichtete oft auf den bis dato gewohnten Einsatz der Hi-Hat, die er eher zur klanglichen Gestaltung denn zur Betonung des Backbeat verwendete.
Credits:  John McLaughlin, Larry Young, Miles Davis, Herbie Hancock, Ron Carter, Wayne Shorter, Freddie Hubbard und den Gebrüder Wynton und Branford Marsalis.

Shadow Wilson
Geboren: 25.09.1919 in Yonkers, New York
Gestorben: 11.07.1959 NewYork
Rossiere „Shadow“ Wilson spielte zu seiner Zeit in den bekanntesten Swing-Bands und mit den größten Künstlern. Er begann 1939 in der Bigband von Lucky Millinder und arbeitete danach in vielen großen Bigbands der Swing-Ära.: Nach seinen Einsätzen in den Bigbands arbeitete er vornehmlich in kleineren Combos. Wilson verstarb mit 40 Jahren. Gemessen an dieser kurzen Lebenszeit, hat er sehr sehr viel erreicht. Dennoch wurde er nie so bekannt wie seine Kollegen Krupa oder Ritch.
Credits:  Benny Carter, Tiny Bradshaw, Lionel Hampton, Earl Hines, Count Basie, Woody Herman, Erroll Garner, Thelonious Monk, Sonny Stitt, Lee Konitz, Ella Fitzgerald, Dexter Gordon, Stan Getz, Miles Davis, John Coltrane, Billie Holiday, Gerry Mulligan, Kenny Burrell, Sonny Rollins, Anita O'Day.

Sam Woodyard
Geboren: 07.01.1925 Elizabeth, New Jersey
Gestorben: 20.09.1988 Paris, Frankreich
Samuel "Sam" Woodyard begann seine Musikerkarriere in einer lokalen Rhythm and Blues-Gruppe. 1955 wurde Woodyard Mitglied des Duke Ellington-Orchesters. In den 1970er Jahren trat er aus gesundheitlichen Gründen nur noch selten und dann in erster Linie als Perkussionist auf, sowie in der Buddy Rich Big Band. Im Jahr 1975 zog Woodyard nach Paris, spielte dort mit der Paris Reunion Band von Nat Adderley und gastierte auch in Deutschland. Sam Woodyard verstarb in Paris in Folge einer Krebserkrankung. Der große Duke Ellington adelte Woodyard als seinen besten Drummer seit Louie Bellson. "Er ist nicht darauf aus, sich in den Vordergrund und andere in den Schatten zu drängen. Er möchte einfach nur dabei sein und mit Körper, Sele, Kopf und Puls auf seinem Instrument, seinen Trommeln spielen".
Credits:  Duke Ellington