René Lauk

Schlagzeug & Cajon

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Die ersten "Schlagzeuger" waren Mitglied der Militärorchester. Es war keine Seltenheit, dass in einer solchen Militärband ein Musiker die Große Trommel trug und schlug, ein Musiker die Becken bediente und ein Musiker auf einer kleinen Trommel spielte. Kurzer Sprung in die Gegenwart. Wie sieht es in einem heutigen symphonischen Orchester aus? Genau! Die Pauken, die Becken, eine tiefe Trommel und eine kleine-Trommel. Aber wieder zurück. Im Jahre 1865 fand der amerikanische Bürgerkrieg sein Ende. Mit ihm wurden zahlreiche Militärbänds aufgelöst. Um zu überleben mussten die Musiker alles zu Geld machen, was sich in ihrem Besitz befand. So auch ihre Instrumente. Wahrscheinlich stapelten sich die Instrumente damals bei den Pfandleihhäusern. Es gab jedoch auch einen positiven Effekt. Der bestand darin, dass sich nun auch arme Farbige die Instrumente kaufen konnten. Speziell in und um New Orleans war das angesagt. Das Bedienen der Musikinstrumente brachten sich die Männer zum größten Teils selbst bei. Nun wurden wieder zahlreiche Orchester gegründet. Ihr musikalisches Programm bestand zum größten Teil aus den Titeln der Militärbänds. Diese waren eben bekannt.
Die erste ganz kleine Veränderung bei den Schlaginstrumenten ergab sich zwangsläufig. Orchester, die nur über zwei "Schlagmänner" verfügten, hätten eines der drei Instrumente weglassen müssen. Aber ein finder Mensch kam auf die Idee, ein Becken auf die Oberseite der großen Trommel zu befestigen. Nun konnte der Spieler in eine Hand den Schlägel für die große Trommel nehmen und in die andere Hand das zweite Becken. Und schon konnte ein Musiker die Arbeit von zwei Musiker übernehmen.
Die Musik entwickelte sich und mit ihr auch die Orchester. Auf einmal wurde Musik zu Tanzveranstaltungen, auf den Flussdampfern und in Kneipen gewünscht. Die Orchester mussten sich verkleinern. Von drei oder zwei "Schlagmänner" blieb nur noch einer übrig. Dieser musste die Instrumente auch nicht mehr durch die Gegend tragen sondern wurde stationär plaziert. Die Große Trommel wurde vor den Musiker aufgestellt. Auf ihr wurde ein Becken befestigt und die kleine Trommel wurde auf einen Stuhl oder den Vorgänger eines Snare-Stativs gesetzt.

Ein weiterer, wichtiger Schritt in der Entwicklung des Schlagzeugs war die Erfindung des Bass-Drum-Pedals. Entwickelt wurde es 1887 durch einen Herrn Namens J. R. Olney. Die Herstellung des ersten Serienmodells folgt im Jahre 1899 durch William F. Ludwig. Das erste komplette Schlagzeug kam 1918 durch die Ludwig Drum Corporation in den Handel. Wie in vielen anderen Wirtschaftsbranchen setzten sich auch in Schlagzeugherstellung und Vertrieb die Internationalisierung und Globalisierung durch. Bis Ende der 1950iger Jahre kamen die Spitzenprodukte vor allem aus den USA von "Ludwig", "Gretsch" und "Slingerland", Großbritannien "Premier" und Deutschland "Sonor", "Trixon". Mit dem Beginn der 1960er-Jahren kamen die ersten preiswerteren Drumsets auf den Markt und schüttelten diesen kräftig durcheinander. In erster Linie kamen diese Produkte aus Japan. Knappe zehn Jahre später sorgten asiatische Hersteller wie "Tama", "Yamaha" und "Pearl" für Spitzenprodukte im Bereich Schlagzeugbau. Somit waren sie qualitativ und preislich sehr nahe an die Produkte aus Amerika und Europa dran. Dieser Kampf ging an die Substanz der etablierten Hersteller. Weitere zehn Jahre später kamen immer mehr Drum-Set's aus Taiwan und China. Um verlorenen Boden wieder gutzumachen ließen "Sonor" und "Gretsch" komplette Drumset-Serien in Asien fertigen.
Seit ein paar Jahren gehört es zum Produktangebots eines jeder Herstellers, dass er die preiswerteren Drumsets in Taiwan, Korea oder China herstellen lässt, während die hochpreisigen Sets im Herstellerland gebaut werden. Somit sind die qualitativen Unterschiede der Sets verschiedener Hersteller im Preisbereich von 800€ bis 1.200€ nur noch sehr gering. Kein Hersteller kann es sich erlauben in dieser Preisklasse Schrott anzubieten. In folgender Auflistung tauchen alle Hersteller auf, die mir bekannt sind. Wahrscheinlich sind das noch längst nicht alle:
Die Seite Drummerworld ist aktuell die umfangreichste Auflistung von Schlagzeugern. Dazu gibt es Video- oder Sound-Dateien und viel Informationen. Eine super Sache.
Als eine Art Weiterbildung sehe ich den Besuch von so genannten Clinic's, übersetzt "Klinik", "Expertengutachten", "Trainingslager" oder "Sprechstunde". In diesen Trainingslagern geben bekannte Schlagzeuger ihre Tipps und Tricks weiter. In den letzten Jahren sind diese Clinic's zu wahren Events angewachsen, weil die Hersteller von Drumsets, Becken, Fellen und Sticks diese Veranstaltungen natürlich auch als Werbeplattform nutzen. Persönlich habe ich mittlerweile ein gespaltenes Verhältnis zu diesen Veranstaltungen. Vor ein paar Jahren war es noch so, dass diese Clinic's von Schlagzeugern bestritten wurden, die bei den Aufnahmen der Songs bekannter Stars ihren Job erledigten oder mit ihnen auf Tour gingen. Das heißt, die Schlagzeuger hatten Credits (Referenzen) vorzuweisen. Aktuell wird darauf scheinbar kein Wert mehr gelegt. Immer häufiger werden die Clinic's von Leuten bestritten, die durch YouTube und Co bekannt wurden, oder eine Musikakademie besucht und abgeschlossen haben und einen Job bei einem Sänger oder Sängerin ergattert haben, der oder die selbst noch nach Bekanntheit strebt.Oder es kommen die "Poser". Nach dem Motto trickreicher und schneller bearbeiten sie das Schlagzeug und werden dafür bewundert. Alle diese Drummer/innen finden sich Als nächstes bei den bekannten Fachblättern der Drummerszene wieder und dürfen Artikel schreiben. Schließlich bekommen sie ein Endorsment und werden Dauergast auf allen Trommelveranstaltung von nord bis süd und von ost bis west. Technisch alle super drauf. Aber oftmals nach dem Motto: da noch fünf Takte 7/8 und dann wieder 4/4, die BassDrum hämmert die 32tel, 16tel Ghostnotes auf der Snare. Wem es gefällt und sich dafür interessiert, warum nicht?
Mein Interess galt schon immer den Schlagzeugern, die einen super Job als Sideman abliefern. So habe ich die Clinic's folgender Schlagzeuger besucht. Im Jahr 2005 besuchte ich die Veranstaltung "Drums & Persussion" in Paderborn. Drei Tage lang nur Infos Rund ums Schlagzeug, Konzerte und Clinic's bis zum Abwinken. In dieser Zeit nahm ich an Workshops folgender Musiker teil. Nach jedem Besuch einer Clinic wollte ich meine Sticks verbrennen und alles verkaufen. Auf eine brutale Art erkennt man selbst, dass man nicht einmal annähernd ein solches Niveau erreichen wird. Ein Argument darf man aber auch nicht außer Acht lassen. Diese Schlagzeuger haben daraus einen Beruf gemacht und müssen damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das bedeutet, so wie wir täglich zur Arbeit gehen, setzen sich die Damen und Herren an ihr Set und üben. Außerdem haben viele Berufsschlagzeuger ein Musikstudium absolviert und verschiedene Lehrer genossen.

Das Business eines Schlagzeugers hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Mit dem Auftauchen von Synthesizer und Drum-Computern Mitte der 1980er Jahre begann eine ganz schwierige Zeit für die Schlagzeuger. Produzenten setzten lieber die Maschinen ein, weil sie einfach billiger waren und dem Produzenten nie Widersprochen haben. Es dauerte lange, bis es wieder mehr Jobangebote für "richtige" Schlagzeuger gab. Heute sind der überwiegende Teil Freelancer, also freie Mitarbeiter und eigene Unternehmer. Geht ein Künstler auf Tour, wird eine Band zusammen gestellt und jeder Musiker wird eingekauft. Geht es um Studioaufnahmen, läuft es ähnlich ab, oder der Schlagzeuger bekommt die Spuren der anderen Instrumente per Mail geschickt und spielt dann im eigenen Studio seine Sequenz ein. Ist er nicht auf Tour oder erledigt Studioaufträge, ist er in Sachen Clinic unterwegs oder spielt in unbekannten Bands. Nur noch die großen Bands haben ihre festen Schlagzeuger. Was wären Metallica ohne Lars Ulrich, die Rolling Stones ohne Charly Watts oder Bon Jovi ohne Tico Torres.

Ich hatte nie im Sinn bestimmten Schlagzeugern nachzueifern. Aber ich habe meine Favoriten unter den internationalen Schlagzeugern.